Dreilinden

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Ortsteil Dreilinden bei Berlin. Dreilinden ist auch der Name eines Gemeinschaftsbads in St. Gallen in der Schweiz aus dem Jahr 1900.

Dreilinden ist die Bezeichnung eines Forstes und einer Kolonie in Kleinmachnow. Bekannt wurde der Kontrollpunkt Dreilinden an der Transitautobahn West-BerlinWestdeutschland durch die DDR. Auf der östlichen Seite lag die Grenzübergangsstelle Drewitz. Da nach westlicher Auffassung keine völkerrechtlich legitimierte Grenze bestand, gab es im offiziellen westlichen Sprachgebrauch keine „Grenzkontrollstelle“ sondern nur einen Kontrollpunkt.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Name und Jagdschloss

Jagdschloss, Zeichnung um 1880

Der Name Dreilinden geht auf das Jahr 1833 zurück, in dem das Forsthaus Heidekrug in Forsthaus Dreilinden umbenannt wurde. Fünf Jahre später, 1838, erfolgte die Einweihung der Berlin-Potsdamer Eisenbahn, deren Trasse durch den Forst Dreilinden verlief; seit 1928 verläuft an ihr die Berliner Stadtgrenze. Theodor Fontane berichtet in seinen Wanderungen durch die Mark Brandenburg:

Dieser Name Dreilinden war übrigens keine Neuschöpfung und existiert bereits seit 1833, in welchem Jahre das uralte schon eingangs erwähnte Forstetablissement Heidekrug, mit Rücksicht auf drei alte, vor seiner Tür stehende Linden, die Bezeichnung Forsthaus Dreilinden erhalten hatte. Bald danach empfing auch die Forst selber ebendiese Bezeichnung, so dass wir seitdem, ein und demselben Namen dreifach begegnend, eine Forst von Dreilinden, ein Forsthaus von Dreilinden und endlich drittens ein Jagdhaus von Dreilinden unterscheiden müssen. Die Forst spricht für sich selbst, das Forsthaus ist Försterei, das Jagdhaus aber prinzliche Villa.

Als „prinzliche Villa“ bezeichnet Fontane das 1869 errichtete Jagdschloss Dreilinden, das Lieblingsaufenthalt des Prinzen Friedrich Karl von Preußen war. „Jeder ... kannte das Schloß ... aus den Hofnachrichten, in denen es in bestimmten Abständen hieß: ,Seine Königliche Hoheit kam heute von Dreilinden herein in die Stadt und kehrte gegen Abend dahin zurück'“. Im fünften Wanderungsband Fünf Schlösser widmet Fontane Dreilinden und dem Prinzen Friedrich Karl ein eigenes, ausführliches Kapitel. Im Jahr 1954 wurde das Jagdschloss abgerissen, an seiner Stelle befindet sich heute die Revierförsterei Dreilinden.

[Bearbeiten] Chronologie ab 1940

Grenzübergangsstelle Drewitz, 1986
  • 13. August 1961 Beginn der Abrieglung West-Berlins durch die DDR. Die Grenzanlagen werden deutlich ausgebaut. In Berlin beginnt der Bau der Mauer
  • 1969 Der neue Kontrollpunkt Dreilinden wird fertig gestellt. Die Amerikaner etablieren die Büroräume des "Allied Checkpoint Bravo" auf einer Brücke über den Schlagbäumen, also direkt über der Autobahn.
  • 1970 Inzwischen passierten 5,9 Mio. Personen und ca. 2,5 Mio. Kfz Dreilinden. Zu Ferienbeginn wurden pro Tag 2.000 bis 2.200 PKW in Richtung Westen und ca. 2.400 PKW nach West-Berlin abgefertigt. Dazu noch um die 140 LKW und 25 Omnibusse in jede Richtung.
  • 9. November 1989 Öffnung der innerdeutschen Grenze. Tausende von Fahrzeugen mit Bürgern der DDR passieren unkontrolliert Dreilinden.
  • 10. November 1989 Um 0:30 Uhr wird auf der Grundlage eines telefonischen Befehls an Major Meike (Zugführer in Drewitz (DDR)), die Grenzübergangsstelle für alle DDR-Bürger geöffnet. Der Ansturm über Dreilinden erreicht Rekordausmaße.
  • Juli 1990 der West-Berliner Kontrollpunkt Dreilinden wird stillgelegt.
  • Auf dem Gelände der ehemaligen Grenzübergangsstelle Drewitz wird der Europarc Dreilinden mit Geschäftsgebäuden und Hotels aufgebaut, darunter die Ebay-Zentrale Deutschland.

[Bearbeiten] Literatur

  • Theodor Fontane: Wanderungen durch die Mark Brandenburg . Teil 5. Fünf Schlösser. (1. Auflage 1889.) Zitate nach der Ausgabe Nymphenburger Verlagshandlung, München u.a. 1971, Seiten 322 f. und 317. ISBN 3-485-00293-3.
  • Hans-Dieter Behrendt: Guten Tag, Passkontrolle der DDR. GNN-Verlag 2008. ISBN 978-3-89819-243-9

[Bearbeiten] Weblinks

Koordinaten: 52° 24' 25" N, 13° 11' 15" O Hans-Dieter Behrendt, "Guten Tag, Passkontrolle der DDR" GNN-Verlag 2008, ISBN 978-3-89819-243-9, 338 Seiten

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