Apollonia (Mysien)

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Koordinaten: 40° 10′ 0″ N, 28° 36′ 0″ O

Reliefkarte: Türkei
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Apollonia

Apollonia am Rhyndakos (lateinisch: Apollonia ad Rhyndacum; heute Gölyazı am Uluabat Gölü (Lacus Apolloniatis) bei Bursa; ehem. Apolyont, Apolynt) ist ein antiker Ort in Mysien (Kleinasien).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trotz der Mitte des 2. Jahrhunderts v. Chr. erfolgten Anerkennung als milesische Apoikia dürfte Apollonia eine pergamenische Kolonie gewesen sein, benannt nach Apollonis, der Mutter Attalos II. In römischer Zeit war sie eine abgabenpflichtige Stadt (civitas stipendiaria) in der Provinz Asia. Im 1. Jahrhundert v. Chr. geriet Apollonia zeitweise in Abhängigkeit von Kyzikos.

Apollonia ad Rhyndacum, byzantinische Stadtmauer

In byzantinischer Zeit war die Stadt ein kastron und Bischofssitz in der Metropolie von Nikomedia, auch Theotokiana genannt. Im 11. Jahrhundert wurde sie kurzzeitig von den Seldschuken eingenommen, dann wieder byzantinisch, seit dem 14. Jahrhundert osmanisch; eine griechische Bevölkerung verblieb bis 1922/23.

Apollonia ad Rhyndacum, Tor der byzantinischen Burg

Lage und Archäologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apollonia lag auf zwei Hügeln am/im Uluabat Gölü. Der See hat heute je nach Wasserstand eine Fläche von 135 bis 160 km², aber nur eine durchschnittliche Wassertiefe von 3 m. Auf dem ersten Hügel (St. Georgs-Hügel) befindet sich eine byzantinische Befestigung. Eine weitere solche Befestigung auf dem zweiten Hügel wurde möglicherweise auf einem hellenistischen Vorgängerbau errichtet, unter Verwendung zahlreicher kaiserzeitlicher Spolien.

Eine byzantinische Mauer stammt aus dem frühen Mittelalter (8.–10. Jahrhundert?).

Im Ort gibt es eine große dreischiffige postbyzantinische Kirche sowie eine kleine Einraumkirche, auf der vorgelagerten Konstantins-Insel (Manastır Adası) eine byzantinische Kuppelkirche.

Apollonia ad Rhyndacum, Spolie in der byzantinischen Burgmauer

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gustav Hirschfeld: Apollonia (15). In: Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft (RE). Band II,1, Stuttgart 1895, Sp. 115.
  • Frederick William Hasluck: Cyzicus, being some account of the history and antiquities of that city, and of the district adjacent to it, with the towns of Apollonia ad Rhyndacum, Miletupolis, Hadrianutherae, Priapus, Zeleia, etc. Cambridge 1910, S. 68–72 (mit Plan; Digitalisat).
  • Cyril Mango: The Monastery of St. Constantine on Lake Apolyont. In: Dumbarton Oaks Papers 33, 1979, S. 329–333.
  • Louis Robert: A travers l’Asie Mineure. Athen 1980, S. 93–98.
  • Clive Foss, David Winfield: Byzantine Fortifications. An Introduction. Pretoria 1986, ISBN 0-86981-321-8, S. 139.
  • S. Yildiz Ötüken u. a.: Türkiye’de Vakıf Abideler ve Eski Eserler. Band 4. Ankara 1986, S. 16–22.
  • Norbert Ehrhardt: Milet und seine Kolonien. 2. Auflage. Frankfurt am Main 1988, ISBN 3-8204-1505-X, S. 44–47.
  • Andreas Abmeier: Zur Geschichte von Apollonia am Rhyndakos. In: Elmar Schwertheim (Hrsg.): Mysische Studien (= Asia Minor Studien Bd. 1). Habelt, Bonn 1990, S. 1–16.
  • Yildiz Ötüken: Forschungen im nordwestlichen Kleinasien. Antike und byzantinische Denkmäler in der Provinz Bursa. Wasmuth, Tübingen 1996, ISBN 3-8030-1740-8, S. 5, 14, 40–41.
  • Bernard Geyer u. a. (Hrsg.): La Bithynie au Moyen Âge. Paris 2003, S. 382–383, 547, Index s.v.
  • Serdar Aybek, Ali K. Öz: Preliminary Report of the Archaeological Survey at Apollonia ad Rhyndacum in Mysia. In: Anadolu/Anatolia 27, 2004, S. 1–25
  • Boris Dreyer , Serdar Aybek (Hrsg.): Der archäologische Survey von Apollonia am Rhyndakos beim Uluabat-See und in der Umgebung Mysiens in der Nordwesttürkei 2006–2010 (= Orient und Okzident in der Antike Bd. 2). Lit-Verlag, Berlin-Münster 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]