Aspei

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Aspei ist eine Gruppe von Künstlern, Literaten und Kulturwissenschaftlern aus Bochum, die seit Anfang der 1980er Jahre im internationalen Kunst- und Kulturaustausch tätig ist. Für den bildnerischen Bereich ist die russische Tradition des Suprematismus und Konstruktivismus die entscheidende Inspirationsquelle, wobei in den künstlerischen Aktionen und den Performances alternative ästhetische Formen der Kommunikation angestrebt werden. Literarisch orientiert sich Aspei an der experimentellen Poesie in der Tradition von Dadaismus, Expressionismus und Zaúm-Dichtung. Ein Schwerpunkt des Kulturaustausches war und ist die Kunstszene in Moskau.

Neben Katalogen zu Kunst- und Buchausstellungen hat Aspei auch Künstlerbücher veröffentlicht mit Arbeiten von Eduard Steinberg, Wladimir Jankilewskij, Wladimir Nemuchin, Francisco Infante und Andrej Monastyrskij. Ferner wurden Werke von russischen Dichtern übersetzt und publiziert, z. B. von Wsewolod Nekrassow, Dmitri Prigow, Lew Rubinstein, Vilen Barsky. In Sankt Petersburg besteht eine Kooperation mit den Künstlern Olga und Alexander Florenskij, Wassilij Golubew, Jewgenij Jufit u. a. Die Aspei-Publikationen und bildnerische Arbeiten der Aspei-Gruppe wurden zusammen mit Originalwerken der russischen Künstler nach dem Ende der Sowjetunion nicht nur in Deutschland (Offenbach (1999 und 2004), Bochum (2000), Bielefeld (2006)) ausgestellt, sondern jetzt unter den geänderten politischen Verhältnissen auch in Russland als Beispiel lebendigen Kultur-Dialogs (Kaliningrad (2003), Sankt Petersburg (2008)).

  • aspei – Literatur & Kunst zwischen Ost und West, Klingspor-Museum, Offenbach am Main, 1999
  • aspei – Literatur und Kunst zwischen Ost und West, Ev. Fachhochschule Bochum, 2000
  • aspei – Literatur und Kunst zwischen Ost und West, Kaliningrader Kunstgalerie, 2003
  • Auguste Bloch, Klingspor-Museum, Offenbach am Main, 2004
  • Russische Souvenirs, Zentrum für interdisziplinäre Forschung, Bielefeld, 2006
  • aspei – transmental, Anna-Achmatowa-Museum, Sankt Petersburg 2008
  • Schrift, Giorgi Leonidze Literaturmuseum, Tiflis, 2014
  • Polylog, Museum für zeitgenössische Kunst, Odessa, 2018[1][2]

Literaturhinweise

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  • Uta Grossmann: Kunst in der Falle – ein abgekartetes Spiel. Klingspormuseum stellt Edition Aspei und ihre Künstler vor / Dialog zwischen Ost und West, in: Frankfurter Rundschau, 25. März 1999, S. 5.
  • Hans-Peter Riese: Die Flaschenpost. Botschaften aus dem Osten: Die Edition „aspei“ in Offenbach, in: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. April 1999, S. 46.
  • Martin Hüttel: Aspei – Randnotizen, in: aspei, Katalog Sankt Petersburg, 2008, S. 11–27.
  • Swetlana Aleksandrowa: aspaj: tjaga k nespokojnym gorodam [Aspei: Der Hang zu unruhigen Städten], in: Novij mir iskusstva, Sankt Petersburg 5/64/2008, S. 110–111.
  • Wenzel Stich / Eduard Stejnberg: ostankino (1985), 5 Lucigrafien.
  • Wenzel Stich / Wladimir Jankilevskij: das schattenwunde my (1985), 1 Radierung und 2 Offsetlithografien.
  • Rita Luhnemett / Francisco Infante: hundertundelf (1990), 5 bzw. 6 Fotografien.
  • Rita Luhnemett / Wladimir Nemuchin: patience (1990), 2 Steindrucke.
  • Hans Iwan: das weisze weisz (1994), 1 Serigrafie von Sabine Hänsgen.
  • o. A.: Maria Kevelaer (1995), 1 Offsetdruck „Maria Kevelaer“.
  • Wsewolod Nekrassow: Dojtsche Buch (2002), Hrsg. Günter Hirt u. Sascha Wonders, Umschlag von Erik Bulatow, (dt./russ.).
  • Wladimir Nemuchin: 1/2 regen / Franz von Telek: azett (2005), Handsatz, 2 Zeichnungen im Piezodruck.
  • Angu Krey: „69“, (1996), Gestaltung: Andrzej Kuczminski. „69“ als CD (2006), Sprecher Kuczminski, Nachwort: Gisela Krey.
  • Anette Thurmli: der rosenkranz der hl. anna nebst einer Aktion von … Sabine Hänsgen u. Andrej Monastyrskij (1996).
  • o. A.: aldi, 26 haiku (2002), Handsatz, Zwei-Farbdruck.
  • Wladimir Nemuchin: Dwishenie / Wenzel Stich: Bochum (2007), Handsatz, 1 Zeichnung im Piezodruck.
  • Rita Luhnemett / Wassilij Golubew: Sankt Leningrad (2007), 5 Linolschnitte, 1 Offsetdruck, (dt./russ.).
  • Rita Luhnemett / Wassilij Golubew: Praha (2008), Handsatz, 2 Linolschnitte.

Einzelnachweise

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  1. Ausstellung Polylog. Abgerufen am 12. Oktober 2018.
  2. Polyлог. Ehemals im Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 12. Oktober 2018.@1@2Vorlage:Toter Link/msio.mob.leets.com.ua (Seite nicht mehr abrufbar. Suche in Webarchiven)