Projekt Gutenberg-DE

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Dieser Artikel erläutert das kommerzielle deutsche Projekt Gutenberg-DE, zu einem ähnlich benannten freien internationalen Projekt siehe Project Gutenberg.

Das Projekt Gutenberg-DE bietet deutschsprachige E-Texte werbefinanziert im Internet an. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Texte von Autoren, die vor mehr als 70 Jahren verstorben sind und auf deren Werke deshalb kein Urheberrechtsanspruch mehr besteht.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Verhältnis zum Project Gutenberg

Der bewusst ähnlich gewählte Name soll möglicherweise den Anschein erwecken, es handle sich um den deutschsprachigen Zweig des freien internationalen Public-Domain-Projektes Project Gutenberg, das bereits 1971 von Michael Hart gegründet wurde. Die Namensgebung erfolgte 1994 jedoch mit Harts Zustimmung.[1]

Im Gegensatz zum freien internationalen Project Gutenberg, das ebenfalls deutsche Texte enthält, ist jedoch beim Projekt Gutenberg-DE ein Herunterladen kompletter Texte nur mit Einschränkungen möglich, da die Firma Hille+Partner immaterielle Monopolrechte an den von ihr vertriebenen und von Freiwilligen elektronisch aufbereiteten Public-Domain-Texten beansprucht. [2]

Projekt Gutenberg-DE dokumentiert zudem nicht die Quellen der bei ihm abrufbaren Texte, so dass die dortigen Texte als nicht zitierbar im Umfeld wissenschaftlicher Arbeiten gelten.

[Bearbeiten] Urheberrechtliche Fragen

Obwohl der Urheberrechtsanspruch auf die Werke bereits erloschen ist, begründet die Firma Hille+Partner einen urheberrechtlichen Anspruch für sämtliche Inhalte des Projekts Gutenberg-DE, mit der HTML-Aufbereitung und Verlinkung der Texte, der Zusammenstellung und den für die Firma geschriebenen Zusatztexten, wie Erläuterungen und Autorenangaben.

Juristisch ist dieser Urheberrechtsanspruch jedoch als sehr unsicher anzusehen. Insbesondere kann Hille+Partner keinen Urheberrechtsanspruch auf die Inhalte der Bücher anmelden, da die Texte bereits gemeinfrei sind. Bezüglich der Frage, ob die Konvertierung ins HTML-Format ausreicht, um einen urheberrechtlichen Schutz der HTML-Formatierung beanspruchen zu können, bleibt die Entscheidung eines höheren Gerichts abzuwarten.

[Bearbeiten] GaGa – Gemeinsam an Gutenberg arbeiten

Ebenfalls von der Hille GbR initiiert wurde Mitte Dezember 2004 das Projekt GaGa – Gemeinsam an Gutenberg arbeiten, eine Internet-Seite, die das verteilte Korrekturlesen von Bücherseiten für Gutenberg-DE organisiert.

Wie bei Distributed Proofreaders werden Bücher eingescannt und einer Texterkennung unterzogen. Durch Freiwillige wird das OCR-Ergebnis mit dem Originalbild verglichen und korrigiert. Am 28. Februar 2007 wurde die 500.000 Seite im Projekt GaGa bearbeitet. Auf die mittels GaGa erstellten Texte wird kein Copyright geltend gemacht.[3]

[Bearbeiten] Kritik

Das Herunterladen ganzer Texte ist im Projekt Gutenberg-DE nicht ohne weiteres möglich. Ferner wird im internen Forum die schleppende Bearbeitung moniert. So sind zur Zeit (Stichtag 16. März 2007) laut eigener Angabe insgesamt 772 Bücher aus ca. zwei Jahren fertig korrekturgelesen, ohne ins Projekt Gutenberg-DE eingestellt worden zu sein. Wie viele Bücher das Projekt GaGa insgesamt veröffentlicht hat, wird auf der Startseite nicht mitgeteilt. Mittlerweile wurde das Projekt (18. Juni 2007) mit einem neuen Redaktionssystem und Layout sowie 500 neuen Büchern überarbeitet ins Internet gestellt.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. http://www.gutenberg.org/wiki/Gutenberg:Partners,_Affiliates_and_Resources#Projekt_Gutenberg_DE
  2. (vgl.Copyright-Hinweis der Firma H+P: gutenberg.spiegel.de)
  3. http://www.gaga.net/pgdp/default.php, bestimmt z.B. am 2008-04-15: „Die fertigen Texte sind deshalb ebenfalls frei von Copyright und sind damit public domain.“

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

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