Bob Goldham

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  Bob Goldham

Geburtsdatum 12. Mai 1922
Geburtsort Georgetown, Ontario, Kanada
Todesdatum 6. September 1991
Sterbeort Toronto, Ontario, Kanada
Spitzname Golden Boy
Größe 188 cm
Gewicht 88 kg

Position Verteidiger
Schusshand Links

Karrierestationen

1939–1941 Toronto Marlboros
1941–1942 Hershey Bears
Toronto Maple Leafs
1942–1945 Royal Canadian Navy
1945–1947 Toronto Maple Leafs
1947–1950 Chicago Black Hawks
1950–1956 Detroit Red Wings

Robert John „Bob“ Goldham (* 12. Mai 1922 in Georgetown, Ontario; † 6. September 1991 in Toronto, Ontario) war ein kanadischer Eishockeyspieler und Sportkommentator, der im Verlauf seiner aktiven Karriere zwischen 1939 und 1956 unter anderem 716 Spiele für die Toronto Maple Leafs, Chicago Black Hawks und Detroit Red Wings in der National Hockey League auf der Position des Verteidigers bestritten hat. Während seiner zwölf Spielzeiten in der NHL gewann Goldham insgesamt fünfmal den Stanley Cup – davon 1942 und 1947 zweimal mit den Toronto Maple Leafs sowie in den Jahren 1952, 1954 und 1955 weitere dreimal mit den Detroit Red Wings. Darüber hinaus wurde er einmal ins NHL Second All-Star Team berufen und nahm sechsmal am NHL All-Star Game teil.

Goldham erlernte das Eishockeyspielen in seiner Geburtsstadt Georgetown in der Provinz Ontario, um dann über die unterklassigen Teams der Ontario Hockey Association zum traditionsreichen Juniorenteam der Toronto Marlboros zu gelangen. Dort spielte der Verteidiger zwischen 1939 und 1941 in der OHA.[1]

In der Folge kam der Abwehrspieler in der American Hockey League unter, wo er – neben einem Spiel für die Washington Lions – bei den Hershey Bears auflief. Dort beeindruckte er im Verlauf der Saison 1941/42 so sehr, dass er nicht nur ins AHL Second All-Star Team gewählt wurde, sondern auch in den Kader der Toronto Maple Leafs aus der National Hockey League aufgenommen wurde. Bei den Leafs debütierte er im Verlauf der Spielzeit und war in den Stanley-Cup-Playoffs 1942, an deren Ende Toronto die gleichnamige Trophäe gewann, ein fester Bestandteil. Der steile Karriereaufstieg Goldhams wurde jedoch nur den Zweiten Weltkrieg jäh unterbrochen, da er zwischen 1942 und 1945 seinen Militärdienst in der Royal Canadian Navy ableistete.

Erst zur Spielzeit 1945/46 kehrte der Kanadier in die NHL und zu den Toronto Maple Leafs zurück. Er machte sich in den folgenden beiden Jahren als einer der ersten Spieler, die gezielt Schüsse mit ihrem Körper abblockten, einen Namen in der Liga.[2] Obwohl er aufgrund einer im Dezember 1946 erlittenen Armverletzung den Rest des Spieljahres 1946/47 ausfiel, gewann er mit der Mannschaft schließlich seinen zweiten Stanley Cup. Anschließend wurde er im November 1947 gemeinsam mit Gus Bodnar, Bud Poile, Gaye Stewart und Ernie Dickens zum Ligakonkurrenten Chicago Black Hawks transferiert, die im Gegenzug Max Bentley und Cy Thomas nach Toronto abgaben.

In Chicago entwickelte sich der Abwehrspieler in den folgenden drei Jahren zu einem der besten Verteidiger der Liga, der folglich für die All-Star-Spiele 1949 und 1950 nominiert. Zum Zeitpunkt des NHL All-Star Games 1950 war Goldham bereits Mitglied des amtierenden Stanley-Cup-Siegers Detroit Red Wings, nachdem er im Juli 1950 Bestandteil des bis dato größten Transfersgeschäfts der NHL-Geschichte gewesen war. Während sich die Red Wings die Dienste von Goldham, Jim Henry, Gaye Stewart und Metro Prystai sicherten, erhielten die Chicago Black Hawks die Spieler Al Dewsbury, Harry Lumley, Jack Stewart, Don Morrison und Pete Babando. Bei den Detroit Red Wings fand der Kanadier für die folgenden sechs Spielzeiten schließlich eine sportliche Heimat. In den Jahren 1952, 1954 und 1955 gewann er drei weitere Male den Stanley Cup. Ebenso oft nahm er am NHL All-Star Game teil. Darüber hinaus wurde der Defensivspezialist am Ende der Saison 1954/55 ins NHL Second All-Star Team berufen. Nach der Niederlage in der Finalserie der Stanley-Cup-Playoffs 1956 gegen die Canadiens de Montréal beendete Goldham im Alter von 34 Jahren seine aktive Karriere.

Nach seinem Karriereende blieb Goldham dem Eishockey aber verbunden und war in den 1970er-Jahren als Experte bei den Übertragungen von Hockey Night in Canada des Fernsehsenders CBC tätig. Er verstarb im September 1991 im Alter von 69 Jahren in seiner Wahlheimat Toronto. Für seine Verdienste um den Eishockeysport in Kanada wurde Goldham im Jahr 2015 posthum in die Hall of Fame des kanadischen Sports aufgenommen.

Erfolge und Auszeichnungen

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Karrierestatistik

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Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1938/39 Toronto Ostrander Jewels TMHL 1 0 0 0 0
1939/40 Northern Vocationals OHA-B 9 8 8 16 12 4 2 2 4 11
1939/40 Toronto Ostrander Jewels TMHL 1 0 0 0 5
1939/40 Toronto Marlboros OHA 19 11 11 22 9 8 3 4 7 30
1940/41 Toronto Marlboros OHA 14 13 9 22 55 12 11 13 24 22
1941/42 Washington Lions AHL 1 0 0 0 0
1941/42 Hershey Bears AHL 34 7 10 17 44
1941/42 Toronto Maple Leafs NHL 19 4 7 11 25 13 2 2 4 31
1942/43 Toronto Navy OHA-Sr. 12 1 6 7 29
1942/43 Victoria Navy BCDHL 3 0 3 3 2
1943/44 Cornwallis Navy NSDHL 8 6 9 15 9
1943/44 Toronto Ostrander Jewels TMHL 1 0 0 0 5
1944 Cornwallis Navy Allan Cup 11 4 7 11 12
1944/45 Cornwallis Navy NSSHL 12 2 9 11 4 2 0 1 1 4
1945/46 Toronto Maple Leafs NHL 49 7 14 21 44
1946/47 Toronto Maple Leafs NHL 11 1 1 2 10
1947/48 Pittsburgh Hornets AHL 7 0 5 5 16
1947/48 Chicago Black Hawks NHL 38 2 9 11 38
1948/49 Chicago Black Hawks NHL 60 1 10 11 43
1949/50 Chicago Black Hawks NHL 67 2 10 12 57
1950/51 Detroit Red Wings NHL 61 5 18 23 31 6 0 1 1 2
1951/52 Detroit Red Wings NHL 69 0 14 14 24 8 0 1 1 8
1952/53 Detroit Red Wings NHL 70 1 13 14 32 6 1 1 2 2
1953/54 Detroit Red Wings NHL 69 1 15 16 50 12 0 2 2 2
1954/55 Detroit Red Wings NHL 69 1 16 17 14 11 0 4 4 4
1955/56 Detroit Red Wings NHL 68 3 16 19 32 10 0 3 3 4
OHA gesamt 33 24 20 44 64 20 14 17 31 52
AHL gesamt 42 7 15 22 60
NHL gesamt 650 28 143 171 400 66 3 14 17 53

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation; Kursiv: Statistik nicht vollständig)

Einzelnachweise

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  1. Jim Amodeo: Hockey Then & Now: An Honour for Bob Goldham. hockeythenandnow.com, 29. Juni 2011, abgerufen am 29. Dezember 2018 (englisch).
  2. Joe Pelletier: Detroit Red Wings Legends: Bob Goldham. greatesthockeylegends.com, Februar 2009, abgerufen am 29. Dezember 2018 (englisch).