Espenschied (Lorch)

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Espenschied
Stadt Lorch
Wappen von Espenschied
Koordinaten: 50° 7′ N, 7° 54′ OKoordinaten: 50° 6′ 43″ N, 7° 54′ 15″ O
Höhe: 388 m ü. NHN
Fläche: 8,75 km²[1]
Einwohner: 270 (Mai 2011)[2]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 1977
Postleitzahl: 65391
Vorwahl: 06775
Espenschied
Espenschied

Espenschied ist ein Ortsteil der Stadt Lorch im südhessischen Rheingau-Taunus-Kreis. Für die ehemals selbständige Gemeinde Espenschied besteht ein eigener Ortsbezirk mit Ortsbeirat.

Espenschied liegt über dem Wispertal auf einer Höhe von rund 400 m[3] im westlichen Hintertaunus. Die einzige Zufahrtsstraße, die L 3031, führt von der Laukenmühle im Wispertal aus Süden kommend, weiter über die Hessische Landesgrenze nach Welterod und Strüth im Rhein-Lahn-Kreis.

Espenschied.Gemeindehaus von 1948

Das Bestehen des Ortes kann als villa Espelscheid bis in das Jahr 1187 urkundlich zurückverfolgt werden.[1] Im 12. Jahrhundert besaßen hier die Rheingrafen einen Hof. Von 1165 bis 1183 kam er pfandweise an die Grafen von Nassau. Im 13. Jahrhundert hatten die Herren von Eppstein vorübergehend Besitz in Espenschied – wahrscheinlich als Mainzer Lehen. Seit dem 14. Jahrhundert war Espenschied Teil der Herrschaft Lauksburg und nur über Lehnsbande mit dem Erzstift Mainz verbunden. Als weitgehend selbständige Herrschaft war es bis 1508 in den Händen der Herren von Greiffenklau und gelangte dann an die Herren von Heuchelheim. Nach dem Tode Sebastians von Heuchelheim 1575 wurde Espenschied als erledigtes Lehen eingezogen und dem kurmainzischen Amt Lorch zugewiesen. Seitdem teilte Espenschied die Geschichte des Rheingaus.

Espenschied war von 1974 bis 2014 als Luftkurort staatlich anerkannt. Heute ist der Ort als Erholungsort eingestuft.[4]

Hessische Gebietsreform

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Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Espenschied zum 1. Januar 1977 zugleich mit den Gemeinden Ransel und Wollmerschied kraft Landesgesetz in die Stadt Lorch eingegliedert.[5] Für alle nach Lorch eingegliederten Gemeinden sowie für die Kernstadt wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.[6]

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Espenschied 270 Einwohner. Darunter waren 6 (2,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 99 zwischen 18 und 49, 60 zwischen 50 und 64 und 60 Einwohner waren älter.[7] Die Einwohner lebten in 129 Haushalten. Davon waren 39 Singlehaushalte, 45 Paare ohne Kinder und 33 Paare mit Kindern, sowie 9 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 30 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 84 Haushaltungen lebten keine Senioren.[7]

Einwohnerentwicklung

  • 1687: 8 Herdstellen[1]
  • 1781: 43 Herdstellen[1]
Espenschied: Einwohnerzahlen von 1834 bis 2011
Jahr  Einwohner
1834
  
270
1840
  
273
1846
  
297
1852
  
344
1858
  
324
1864
  
310
1871
  
293
1875
  
298
1885
  
300
1895
  
267
1905
  
262
1910
  
265
1925
  
230
1939
  
472
1946
  
417
1950
  
363
1956
  
299
1961
  
300
1967
  
360
1970
  
351
1980
  
?
1990
  
?
2000
  
?
2011
  
270
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: [1]; Zensus 2011[2]

Konfessionsstatistik

• 1885: 07 evangelische (= 2,33 %), 293 katholische (= 97,67 %) Einwohner[1]
• 1961: 34 evangelische (= 11,33 %), 266 katholische (= 88,67 %) Einwohner[1]

Am 2. September 1965 wurde der Gemeinde Espenschied im damaligen Rheingaukreis, Regierungsbezirk Wiesbaden, ein Wappen mit folgender Blasonierung verliehen: In Schwarz eine goldene, mit roten und blauen Steinen belegte Inful, begleitet von drei goldenen Espenblättern (2:1).[8]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

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St. Nikolaus Espenschied

Die St. Nikolauskirche ist eine Filiale der Pfarrei Heilige Elisabeth von Schönau im Bistum Limburg.[9] Die Saalkirche aus den Jahren 1746–1748 zeichnet sich durch einen markanten Dachreiter aus. Der Hochaltar stammt aus dem 1. Viertel des 18. Jahrhunderts, während zwei Seitenaltäre und die Kanzel aus der Bauzeit stammen. Unter den barocken Holzfiguren befinden sich mehrere Werke, die der Werkstatt von Martin Biterich und dessen Sohn Johann Georg Bitterich zugeschrieben werden.[10]

Weitere denkmalgeschützte Bauwerke sind in der Liste der Kulturdenkmäler in Lorch (Rhg) Stadtteil Espenschied beschrieben.

Familienverband Espenschied

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Es gibt seit 1954 einen Familienverband Espenschied, der seinen Namen von dem Ort Espenschied ableitet und in Espenschied regelmäßige Familientreffen abhält.[11]

Seit 2009 ist Espenschied Startpunkt des Rundwanderweges Wispertalsteig.

Espenschied liegt an der Landesstraße 3031.

Es gibt nur wenige reguläre Busfahrten an Schultagen von und nach Espenschied[12]. Zwei Ruftaxis stellen Verbindungen nach Lorch bzw. nach Kemel (mit Anschluss nach Wiesbaden) sicher. Die Kinder aus Espenschied besuchen Schulen in Rheinland-Pfalz und werden mittels Schulbus nach Nastätten gebracht.

Commons: Espenschied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b c d e f g Espenschied, Rheingau-Taunus-Kreis. Historisches Ortslexikon für Hessen. (Stand: 16. Oktober 2018). In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS).
  2. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de
  3. Topografische Karte 1:25.000
  4. Thorsten Stötzer: Vom Luftkur- zum Erholungsort: Espenschied will Kosten sparen. Wiesbadener Kurier vom 17. Mai 2018
  5. Gesetz zur Neugliederung des Rheingaukreises und des Untertaunuskreises (GVBl. II 330-30) vom 26. Juni 1974. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Hessen. 1974 Nr. 22, S. 312, § 12 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,5 MB]).
  6. Hauptsatzung. (PDF; 309 kB) § 9. In: Webauftritt. Stadt Lorch, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2021; abgerufen im Dezember 2020.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.lorch-rhein.de
  7. a b Ausgewählte Daten über Bevölkerung und Haushalte am 9. Mai 2011 in den hessischen Gemeinden und Gemeindeteilen. (PDF; 1,8 MB) In: Zensus 2011. Hessisches Statistisches Landesamt, S. 46 und 100, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 11. Juli 2021;.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/statistik.hessen.de
  8. Genehmigung eines Wappens der Gemeinde Espenschied, Rheingaukreis, Regierungsbezirk Wiesbaden vom 2. September 1965. In: Der Hessische Minister des Inneren (Hrsg.): Staatsanzeiger für das Land Hessen. 1965 Nr. 38, S. 1102, Punkt 911 (Online beim Informationssystem des Hessischen Landtags [PDF; 1,9 MB]).
  9. Pfarrei Heilige Elisabeth von Schönau In: Webauftritt der katholischen Pfarrgemeinde.
  10. Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler - Hessen II, Deutscher Kunstverlag München 2008, ISBN 978-3-422-03117-3
  11. Homepage des Familienverbandes Espenschied (Memento vom 25. März 2010 im Internet Archive)
  12. Busfahrplan Linie 191, Fahrten 007, 074, 044. Abgerufen am 7. April 2024.