Liste der Bürgermeister von Rust

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Das Rathaus von Rust

Diese Liste der Bürgermeister von Rust umfasst in antichronologischer Folge die Stadtoberhäupter von Rust seit der Landnahme des Burgenlandes, also dessen Angliederung an Österreich nach dem Ersten Weltkrieg. Rust hatte 1681 im damaligen Königreich Ungarn die Privilegien einer Freistadt erhalten und konnte diese Sonderrechte, die heute jenen einer Statutarstadt entsprechen, erhalten. Somit werden Bürgermeister und Stadtmagistrat von Rust als Bezirksverwaltungsbehörde tätig, übernehmen trotz der geringen Größer der Stadt also die Aufgaben der nächsthöheren Verwaltungsstufe. Der fünfköpfige Stadtsenat besteht laut Ruster Stadtrecht aus dem Bürgermeister, seinen beiden Stellvertretern und zwei weiteren Mitgliedern.[1]

Anmerkung: Die Liste ist, insbesondere was ältere Vizebürgermeister und die Entwicklungen in der Nachkriegszeit betrifft, unvollständig bzw. mit Unsicherheiten behaftet. Angaben, die nicht einzeln referenziert sind, stammen aus der Diplomarbeit von Heribert Artinger (siehe unter Literatur), für die Jahre seit 2002 von der Website der Freistadt Rust bzw. deren Archivversionen.

Amtszeit Name Partei Bild Anmerkung 1. Vizebürgermeister 2. Vizebürgermeister
Seit 2012 Gerold Stagl SPÖ Johann Reinprecht (SPÖ; seit 2022)
Luzia Drawitsch (SPÖ; 2012–2022)
Georg Seiler (ÖVP; 2019–2022)
Andrea Kargl-Wartha (ÖVP; 2012–2019)
2002–2012 Harald Weiss SPÖ Andrea Kargl-Wartha (ÖVP; 2009–2012)
Rudolf Schreiner (ÖVP; 2002–2009)
Gerold Stagl (SPÖ; 2007–2012)
Werner Freiler (SPÖ; 2002–2007)
1972–2002 Heribert Artinger Parteifrei (Liste Artinger) Wurde nach den Gemeinderatswahlen 1972 erneut zum Bürgermeister gewählt. Mit insgesamt 33 Jahren der längstdienende Bürgermeister. Harald Weiss (SPÖ; 2000–2002)

Raimund Stary (SPÖ; 1977[2] –1996[3])
Alfred Cucka (SPÖ; 1972–1977)[4]

Johannes Holler (Liste Artinger); 1977[2]–?
1970–1972 Emmerich Bachkönig SPÖ Wurde zwei Wochen nach Artingers Rücktritt wieder ins Amt gewählt[5] Alfred Cucka (SPÖ; 1970–1972)
1967–1970 Heribert Artinger ÖVP Trat nach einem Misstrauensantrag im Gemeinderat zurück.[6] Alfred Cucka (SPÖ; 1967–1970)
1958–1970 Emmerich Bachkönig[7] SPÖ

Ludwig Gabriel (SPÖ; 1958–?)[8]

1951–1958 Karl Conrad[9] SPÖ
1949–1951 N. N. SPÖ[7]
November 1945–1949 Johann Wiesinger KPÖ War 1945 mit 25 Lebensjahren der jüngste Bürgermeister Österreichs.[10] N. N. (SPÖ)[10] N. N. (ÖVP)[10]
Sommer 1945–November 1945 Gustav Wapp KPÖ
April 1945–Sommer 1945 Johann Wiesinger sen. KPÖ Ernennt sich, offenbar toleriert von der Roten Armee, im April 1945 selbst zum Bürgermeister.
12. März 1938–April 1945 Julius Klug NSDAP Mitglied der SA,[11] wurde nach dem Anschluss Österreichs als Bürgermeister eingesetzt.
1. Mai 1935–12. März 1938 August Moritz Ratz VF Regierungskommissär, mit dem Anschluss Österreichs abgesetzt.
25. Februar 1935–1. Mai 1935 Gustav Werner VF Regierungskommissär. August Moritz Ratz (stellvertretender Regierungskommissär)
23.–25. Februar 1935 August Moritz Ratz / Karl Zehentner VF August Moritz Ratz wird am 23. Februar 1935 gewählt, konnte aber sein Amt aufgrund „konfessioneller Unstimmigkeiten im Gemeinderat“ (er war Protestant, der Ständestaat dezidiert katholisch) nicht antreten. Der vormalige Vizebürgermeister Zehentner wurde übergangsweise mit der Führung der Geschäfte betraut.
1931–1935 Alois Holler SDAP Wurde 1933 wegen seiner Zustimmung zur Verleihung des Ehrenbürgerrechtes an Engelbert Dollfuß und Franz Winkler aus der sozialdemokratischen Partei ausgeschlossen, blieb über deren Verbot nach dem Februaraufstand 1934 hinaus im Amt. Karl (Carl) Zehetner (Wirtschaftsblock)[12]
1929–1931 Rudolf Schreiner[13] Kleinlandwirtepartei
1927–1929 Josef Stranzl SDAP Trat am 15. Mai 1929 wegen eines Eigentumsdelikts zurück.
Jakob Mädl (CS; 1927–1928)
Josef Lackner[14]
13. Dezember 1923–1927 Karl Ecker Vereinigte Volkspartei (Bündnis aus CS und GDVP) August Moritz Ratz (ab 1926)
April 1923–13. Dezember 1923 Ralph Valentin Von der Landesregierung übergangsweise als Regierungskommissär bestellt.
April 1923 Ludwig von Gabriel GDVP War Kandidat der bei der Wahl nur drittplatzierten GDVP, wurde vom Gemeinderat am 18. April im zweiten Wahlgang zum Bürgermeister gewählt.

In der Nacht nach der Angelobung wurden feiernde Honoratioren von Vizebürgermeister Stranzl und weiteren Anhängern der Sozialdemokraten bedrängt. Die Vertreter der christlichsozialen und der großdeutschen Partei legten daraufhin aus Protest ihre Mandate nieder, Vermittlungsversuche scheiterten, sodass wenige Tage nach der Angelobung Neuwahlen nötig wurden.

Josef Stranzl (SDAP)
1907–1923 Alfred Ratz CS Der langjährige Bürgermeister Ratz war ein Gegner der Angliederung des Burgenlandes an Österreich.
  • Heribert Artinger: Rust-Oggau-Mörbisch, ein Vergleich der politischen und wirtschaftlichen Entwicklung 1920–1960. Wien 2012 (utheses.univie.ac.at – Diplomarbeit Universität Wien).
  • Heribert Artinger: Chronik der Freistadt Rust 1850–1950, Tagebuch der kleinsten Stadt Österreichs mit eigenem Statut. Vinothek Verlag, Graz 2002, ISBN 3-900582-18-1.

Einzelnachweise

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  1. Ruster Stadtrecht 2003. In: ris.bka.gv.at. Abgerufen am 5. März 2023.
  2. a b Rust am See. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 7. Dezember 1977, S. 22 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  3. SP Rust: Neues "Chef"-Duo. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 20. November 1996, S. 11 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  4. Alfred Cucka - ein Nachruf. In: Ruster Nachrichten. Nr. 1. Rust März 2008, S. 31 (yumpu.com).
  5. Bachkönig wieder Bürgermeister von Rust. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 16. Juli 1970, S. 4 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  6. Bürgermeister von Rust/See abgesetzt. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 2. Juli 1970, S. 1 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  7. a b Ein Aktivposten der burgenländischen Wirtschaft. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 20. Oktober 1962, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  8. Genosse Ludwig Gabriel - Ökonomierat. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 15. Juli 1961, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  9. Karl Conrad gestorben. In: Burgenländische Freiheit. Sozialdemokratisches Landesorgan / Burgenländische Freiheit. Landesorgan der sozialistischen Partei des Burgenlandes / BF. Die Zeitung für das Burgenland / BF. Die Burgenland-Woche / BF. Burgenland Freizeit, 4. Juli 1973, S. 10 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/blf
  10. a b c In der Weinstadt Rust. In: Österreichische Volksstimme. Organ/Zentralorgan der Kommunistischen Partei Österreichs, 15. Juni 1946, S. 3 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/ovs
  11. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (Hrsg.): Widerstand und Verfolgung im Burgenland 1934–1945. Eine Dokumentation. 2. Auflage. Österreichischer Bundesverlag, Wien 1983, ISBN 3-215-02259-1, S. 99 (doew.at).
  12. Bürgermeisterwahl. In: Burgenländisches Volksblatt, 29. Mai 1931, S. 6 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/buh
  13. Rust. In: Der freie Burgenländer. Mitteilungen des Ödenburger Heimatdienstes / Der Freie Burgenländer. Unabhängiges Blatt für das Burgenland / Der freie Burgenländer. Verkehrsanzeiger für das Burgenland. Unabhängiges Blatt für das schaffende Volk / Der Freie Burgenländer. (Mit der Beilage der „Landruf“.) Unabhängige deutsche Zeitung für das Burgenland, 7. Juli 1929, S. 9 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/fbu
  14. Unsere vierte Burgenlandfahrt. In: Der Gebirgsfreund. Zeitschrift des Niederösterreichischen Gebirgsvereins / Der Gebirgsfreund. Zeitschrift des Oesterreichischen Gebirgsverein(e)s / Der Gebirgsfreund. Nachrichten der Sektion Oesterr(eichischer) Gebirgsverein des D(eutschen) und Oe(sterreichischen) Gebirgsvereins / Der Gebirgsfreund. Nachrichten der Deutschen Alpenvereins, Zweig Ostmärkischer Gebirgsverein, Jahrgang 1928, S. 13 (online bei ANNO).Vorlage:ANNO/Wartung/gbf