Veit Khisl

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Stammwappen der Khisl

Veit Khisl, auch Veit Khisl von Kaltenbrunn slowenisch: Vid Khissel († entweder 1547[1][2] oder nach 1569[3])[4] war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts Handelsunternehmer ein im Herzogtum Krain und zwischen 1533 und 1546 Bürgermeister von Laibach (heute Ljubljana). Er gilt als Stammvater des in Krain ansässigen Adelsgeschlechtes Khisl.[5]

Veit Khisl wurde erstmals urkundlich im Januar 1522 genannt, als der angeblich aus Bayern stammende Unternehmer als Bürger von Laibach angenommen wurde.[6][7]

Unternehmer und Stadtrichter sowie Bürgermeister

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Khisl wird in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts als Mitinhaber der Handelsgesellschaft Khisl-Weilhammer genannt.[8] Das Unternehmen war unter anderem im Besitz eines Kupferhandelsmonopols, beteiligte sich am Quecksilberhandel[9] und unterhielt eine Glashütte in Kaltenbrunn.[2]

Veit Khisl wird zwischen 1527 und 1529 als Stadtrichter genannt[10] Er war Bürgermeister von Laibach mindestens in den Jahren 1533 bis 1534, 1537, 1540 bis 1544.[1][11]

Nobilitierung und Gutsbesitz mit Schlossbau

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Wißgrill (1804) beschreibt, dass Veit Khisl am 1. Juli 1554 unter Kaiser Ferdinand I. der Adelsbrief und das adelige Wappen verliehen wurde, und dass man ihn unter Maximilian II. am 15. Mai 1569 in den Ritterstand aufnahm.[3]

Er erwarb das Gut Kaltenbrunn am Fluss Laibach und begann 1528 mit dem Bau von Schloss Kaltenbrunn (heute Schloss Fuzine im Stadtbezirk Moste von Ljubljana).[6] Das Anwesen wurde ihm nach Wißgrill am 7. Mai 1561 als freiherrliches Lehen übergeben.[3] Ob hier fälschlicherweise die Nobilitierung seines Sohnes Johann auf Veit übertragen wurde, ist nicht geklärt.

Aus seiner Ehe mit NN Stettner gingen der Sohn Johann und mehrere Töchter hervor, darunter die Töchter Emerenziana und Anna.[5][12]

Emerenziana Khisl

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Die Tochter Emerenziana heiratete 1574 Johann Baptist Valvasor.[3][13] Dieser war ein Großhändler aus dem lombardischen Telgate, achtzehn Kilometer südöstlich von Bergamo,[14] kam um 1550 nach Krain und wurde Präfekt zu Gurkfeld.[15] Mit Emerentiana hatte er keine Nachkommen. Er war ein Großonkel 2. Grades von Johann Weichard von Valvasor, Freiherr zu Galleneck und Neudorff, Herr zu Wagensperg und Liechtenberg.[13]

Anna Khisl heiratete Vinzenz Watz und gebar sechs Kinder: Martin, Margaretha, Peter, Gregor, Johann und Michael.[12]

Commons: Khisl family – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. a b Stadtgemeinde Ljubljana. Bürgermeister der Stadt: Vid Khissel. Mestna občina Ljubljana 2023. Abgerufen am 30. November 2023
  2. a b Jutta-Annette Page, Ignasi Doménech: Beyond Venice: Glass in Venetian Style, 1500-1750. Hudson Hills, 2004, ISBN 978-0-87290-157-5, S. 29 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  3. a b c d Franz Karl Wißgrill: Schauplatz des landsässigen Niederösterr. Adels, Seite 103. 1804 (google.com [abgerufen am 28. November 2023]).
  4. Die Angaben zum Todesdatum von Veit Khisl sind widersprüchlich. Moderne Autoren sprechen von 1547. Historische Quellen erwähnen Ereignisse im Zusammenhang mit Khisl bis zum Jahr 1569
  5. a b Gabriel Bucelin: Germania topochrono-stemmato-graphica sacra et profana: XI partes. 1672, S. 101 (google.com [abgerufen am 30. November 2023]).
  6. a b Peter von Radics: Herbard VIII, Freiherr zu Auersperg (1528-1575): ein krainischer Held und Staatsmann. Braumüller, 1862, S. X (google.de [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  7. Wilhelm Neumann: 900 Jahre Villach. Neue Beiträge zur Stadtgeschichte, 1960, S. 495. Helfried Valentinitsch: Das landesfürstliche Quecksilberbergwerk Idria, 1575-1659. Produktion, Technik, rechtliche und soziale Verhältnisse, Betriebsbedarf, Quecksilberhandel, 1981, S. 304.
  8. Viri za zgodovino Slovencev. 1986, S. 37 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  9. Südostdeutsches Archiv. 32 bis 33. Verlag R. Oldenbourg, 1990, S. 123, 124 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  10. Wilhelm Neumann: 900 Jahre Villach. Neue Beiträge zur Stadtgeschichte, 1960, S. 495. Festschrift für Brigitte Klesse, 1994, S. 179.
  11. Vladislav Fabjančić: Zgodovina ljubljanskih sodnikov in županov: 1269 - 1820. Zgodovinski arhiv Ljubljana, 2003, ISBN 978-961-6247-09-2, S. 125 (google.com [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  12. a b Jahrbuch der Heraldischen Gesellschaft "Adler" in Wien. Gerold, 1894, S. 143, 146 (google.de [abgerufen am 1. Dezember 2023]).
  13. a b Carniola. Zeitschrift für Heimatkunde, Band 1, Laibach 1908, S. 6.
  14. Irmgard Palladino, Maria Bidovec: Johann Weichard von Valvasor (1641-1693). Protagonist der Wissenschaftsrevolution der Frühen Neuzeit: Leben, Werk und Nachlass, 2008, S. 13.
  15. Jahrbuch der Heraldischen Gesellschaft „Adler“ in Wien, Band 4, Wien 1894, S. 143.